Vergleiche

reCAPTCHA Enterprise vs. Standard – Vollständiger Leitfaden

Für die Automatisierung gibt es zwischen reCAPTCHA Enterprise und der Standardversion nur einen praktisch relevanten Unterschied: ein einziges Flag in der Anfrage. Alles Weitere – Ursachencodes, konfigurierbare Risikoschwellenwerte, die Anbindung an Google Cloud – betrifft den Betreiber der Website, nicht den Entwickler, der die Abfrage lösen muss.

Google vertreibt reCAPTCHA in zwei Ausführungen: die kostenlose Standardversion und das kostenpflichtige Enterprise-Produkt. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie die Variante erkennen, worin sie sich unterscheiden – und warum sich an Ihrem CaptchaAI-Code kaum etwas ändert, wenn eine Seite umstellt.


Das Wichtigste vorweg

  • Erkennung: enterprise.js und grecaptcha.enterprise.execute() statt api.js – der Quelltext verrät die Variante eindeutig.
  • Score: beide liefern 0,0–1,0; Enterprise ergänzt ein reasons-Array mit Kontext.
  • Lösung: identischer userrecaptcha-Ablauf, für Enterprise nur zusätzlich enterprise=1.
  • Kosten bei CaptchaAI: kein Aufpreis – abgerechnet wird pro Thread, nicht pro CAPTCHA-Typ.

Funktions- und Feature-Unterschiede

Funktion Standard Enterprise
Preis Kostenlos (bis zu 1 Million Bewertungen/Monat) 1 $ pro 1.000 Bewertungen (1.000–100.000/Monat), darüber gestaffelt
Score-Bereich 0,0–1,0 0,0–1,0
Ursachencodes (reason codes) Nein Ja (AUTOMATION, UNEXPECTED_ENVIRONMENT usw.)
Eigene Schwellenwerte Nein (im Code festgelegt) Ja (pro Aktion in der Konsole konfigurierbar)
Projektverwaltung Nein Ja (Google Cloud Console)
API-Endpunkt siteverify recaptchaenterprise.googleapis.com
Erkennung geleakter Passwörter Nein Ja
Account Defender Nein Ja
Multi-Faktor-Authentifizierung Nein Ja (WAF-Integration)
reCAPTCHA v2 Ja Ja
reCAPTCHA v3 Ja Ja

Beide Varianten stützen sich auf dasselbe Risikomodell und denselben Score-Bereich. Der Mehrwert von Enterprise liegt in der Auswertung und Verwaltung, nicht in einer grundlegend anderen Abfrage.


Warum Betreiber auf Enterprise wechseln

Enterprise ist keine strengere Variante des CAPTCHAs, sondern ein anderes Betriebsmodell. Ein Website-Team wechselt meist aus einem dieser Gründe:

Grund Was sich ändert
WAF-Integration reCAPTCHA lässt sich an Cloudflare-/Akamai-WAF anbinden
Detaillierte Analysen Das Dashboard zeigt Risikotrends und Angriffsmuster
Eigene Regeln Unterschiedliche Schwellenwerte pro Aktion
Compliance Optionen für Enterprise-SLA und Datenresidenz
Kontoschutz Erkennung von Passwortlecks und Kontoübernahmen

Praxisbeispiel: Ein Shopware-Shop schützt sein Login- und Checkout-Formular zunächst mit Standard-reCAPTCHA v3. Als das Team pro Aktion eigene Schwellenwerte setzen und Risikotrends im Google-Cloud-Dashboard auswerten will, migriert es auf Enterprise. Für die bestehende Test- und Monitoring-Automatisierung ändert sich dadurch genau eine Zeile.


Der Score im Detail: zwei Antwortformate

Beide Versionen geben einen Wert zwischen 0,0 und 1,0 zurück – Enterprise verpackt ihn nur anders und liefert zusätzlichen Kontext.

Standard-Antwort

{
  "success": true,
  "score": 0.7,
  "action": "login",
  "challenge_ts": "2024-01-15T12:00:00Z",
  "hostname": "example.com"
}

Die Standardprüfung liefert Score, Aktion und Hostname direkt. Enterprise bettet dieselben Angaben in eine verschachtelte Struktur mit zusätzlichen Risiko- und Token-Metadaten ein:

Enterprise-Antwort

{
  "tokenProperties": {
    "valid": true,
    "action": "login",
    "createTime": "2024-01-15T12:00:00Z",
    "hostname": "example.com"
  },
  "riskAnalysis": {
    "score": 0.7,
    "reasons": ["LOW_CONFIDENCE_SCORE"],
    "extendedVerdictReasons": []
  },
  "event": {
    "token": "...",
    "siteKey": "...",
    "expectedAction": "login"
  }
}

Das reasons-Array liefert der Website zusätzlichen Kontext:

  • Es zeigt, warum der Score so ausfällt (z. B. LOW_CONFIDENCE_SCORE).
  • Es erlaubt feinere, pro Aktion abgestufte Sicherheitsentscheidungen.

Für das Lösen der Abfrage selbst spielt dieser Kontext keine Rolle – der Score-Bereich ist in beiden Varianten identisch.


Enterprise oder Standard? So erkennen Sie die Variante

Sie müssen nicht raten, welche Ausführung eine Seite einsetzt – der Quelltext ist eindeutig.

Indikator Standard Enterprise
Skript-URL google.com/recaptcha/api.js google.com/recaptcha/enterprise.js
Ausführungsfunktion grecaptcha.execute() grecaptcha.enterprise.execute()
Verifizierungs-API siteverify-Endpunkt recaptchaenterprise.googleapis.com
Konsole reCAPTCHA-Admin-Konsole Google Cloud Console

Ein Blick in den Seitenquelltext genügt:

// Standard
<script src="https://www.google.com/recaptcha/api.js?render=SITEKEY"></script>

// Enterprise
<script src="https://www.google.com/recaptcha/enterprise.js?render=SITEKEY"></script>

Taucht enterprise.js auf, handelt es sich um Enterprise – unabhängig davon, ob v2 oder v3 im Einsatz ist.


Integration in CaptchaAI: ein Flag genügt

CaptchaAI löst reCAPTCHA v2 und v3 in beiden Ausführungen über denselben userrecaptcha-Ablauf. Der einzige Zusatz für Enterprise ist das Flag enterprise=1.

Standard reCAPTCHA v3

resp = requests.get("https://ocr.captchaai.com/in.php", params={
    "key": API_KEY, "method": "userrecaptcha", "version": "v3",
    "googlekey": SITEKEY, "action": "login", "pageurl": URL, "json": 1
})

Enterprise reCAPTCHA v3

resp = requests.get("https://ocr.captchaai.com/in.php", params={
    "key": API_KEY, "method": "userrecaptcha", "version": "v3",
    "enterprise": 1,  # Only difference
    "googlekey": SITEKEY, "action": "login", "pageurl": URL, "json": 1
})

Für reCAPTCHA v2 entfällt der version-Parameter, der übrige Ablauf bleibt gleich:

Standard reCAPTCHA v2

resp = requests.get("https://ocr.captchaai.com/in.php", params={
    "key": API_KEY, "method": "userrecaptcha",
    "googlekey": SITEKEY, "pageurl": URL, "json": 1
})

Enterprise reCAPTCHA v2

resp = requests.get("https://ocr.captchaai.com/in.php", params={
    "key": API_KEY, "method": "userrecaptcha",
    "enterprise": 1,
    "googlekey": SITEKEY, "pageurl": URL, "json": 1
})

Kostenfrage: Thread-basiert statt pro Typ

CaptchaAI rechnet pro gleichzeitigem Thread ab – nicht pro Lösung und nicht nach CAPTCHA-Typ. Enterprise und Standard laufen über dieselben Pläne mit unbegrenzten Lösungen pro Thread:

  • BASIC – 15 $/Monat, 5 Threads
  • STANDARD – 30 $/Monat, 15 Threads
  • ADVANCE – 90 $/Monat, 50 Threads

Das Flag enterprise=1 ändert weder Preis noch Kontingent. Genau das ist der praktische Vorteil bei einer Migration: Steigt eine von Ihnen automatisierte Seite von Standard auf Enterprise um, passen Sie eine Zeile an – die Kostenrechnung bleibt dieselbe.


Häufige Fragen

Die häufigsten Rückfragen von Entwicklern zu Enterprise, Erkennung und Abrechnung – kurz beantwortet.

Muss ich meinen CaptchaAI-Code anpassen, wenn eine Seite auf Enterprise umstellt?

Nur minimal. Ergänzen Sie enterprise=1 in der Anfrage – Methode, googlekey, pageurl und die Auswertung des Ergebnisses bleiben unverändert. reCAPTCHA v2 und v3 nutzen dabei denselben userrecaptcha-Ablauf.

Kostet das Lösen von reCAPTCHA Enterprise bei CaptchaAI mehr?

Nein. Die Abrechnung erfolgt pro Thread, nicht pro CAPTCHA-Typ. Enterprise und Standard fallen in dieselben Pläne und dasselbe Guthaben; das Enterprise-Flag verursacht keinen Aufpreis.

Unterstützt CaptchaAI reCAPTCHA v2 und v3 in der Enterprise-Variante?

Ja, alle vier Kombinationen laufen über denselben userrecaptcha-Ablauf:

  • reCAPTCHA v2 – Standard und Enterprise
  • reCAPTCHA v3 – Standard und Enterprise

Für die Enterprise-Ausführung setzen Sie zusätzlich enterprise=1; der übrige Ablauf ist identisch.

Woran erkenne ich, ob eine Seite Enterprise einsetzt?

Am Seitenquelltext:

  • Enterprise: enterprise.js und grecaptcha.enterprise.execute()
  • Standard: api.js und grecaptcha.execute()

Am Token oder Score-Format lässt sich die Variante dagegen nicht unterscheiden.


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